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Mein erstes Foto- und Barcamp - Fotocamp HerbstlichT 2018

Das erste Fotocamp der Sächsischen Schweiz - Fotocamp HerbstlichT 2018. Viel Essen, wenig Schlaf, kein Internet, per Anhalter statt mit der Bahn und Photowalks zum Sonnenauf- und -untergang… ohne Sonne. Warum ich meine Zeit dort wieder verbringen würde, erfahrt ihr hier in meinem Artikel.

 

Bahnhof Königstein sächsische Schweiz
Bahnhof Königstein sächsische Schweiz

Anreise

Blick von der Feste Königstein auf den Ilsenberg, die Elbe und Königstein. Bei dem Himmel habe ich natürlich etwas nachgeholfen. Künstlerische Freiheit 😉
Blick von der Feste Königstein auf den Ilsenberg, die Elbe und Königstein. Bei dem Himmel habe ich natürlich etwas nachgeholfen. Künstlerische Freiheit 😉

Nach einer fast zwölfstündigen Anreise aus Köln mit FlixBus und Bahn kam ich endlich, einen Tag vor dem Fotocamp, an meiner ersten Destination an. Königstein, relativ zentral in der Sächsischen Schweiz gelegen, bietet das kleine beschauliche Örtchen mit seiner riesigen Festung einen gute Ausgangslage um die Gegen zu erkunden. Ich entschied mich für diesen Ort, da er mir die günstigste Übernachtungsmöglichkeit und eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln anbot. Von Dresden kommend, ist Königstein mit der S-Bahn in 38 min zu erreichen und meine weiteren Ziele, Bad Schandau und Schmilka, sind gerade einmal 5 bzw. 12-16 min entfernt.

 

Um frisch und erholt in das Barcamp starten zu können, entschied ich mich schon einen Tag früher in meine Unterkunft, dem 4Lionshostel einzuchecken. Außerdem war ich sehr froh, nach der schon alleine zehnstündigen Fahrt mit dem FlixBus, erst mal meine Ruhe zu haben. Dort angekommen begrüßten mich mein etwas schläfriger Gastgeber Jens 😊 und eine sehr gemütliche und fast schon familiäre Atmosphäre. Nach einem kurzen Gespräch mit den anderen, sehr netten Hostelgästen, einer Mutter mit ihrem vielleicht zehnjährigen Sohn, einem Spanier und einem Schweden, schwang ich mich schnell in meine „Kajüte“, um fit und ausgeschlafen in das Wochenende zu starten. Da mein erstes Ziel des Fotocamps, das Get-Together am Vorabend in Schmilka, noch einige Stunden entfernt lag, entschied ich mich zu einem kleinen Ausflug auf die Feste Königstein. Dort sah ich dann auch für dieses Wochenende das letzte Mal die Sonne. Was ich mir aber aufgrund der bevorstehenden Photowalks  natürlich anders vorgestellt habe. Aber immerhin entstand dort das ein oder andere ansehnliche Foto.

Get-Together

Langzeitbelichtung von Schmilka, während ich nach dem Get-together auf den letzten Zug des Abends gewartet habe.
Langzeitbelichtung von Schmilka, während ich nach dem Get-together auf den letzten Zug des Abends gewartet habe.

Kaum zurück im Hostel und etwas aufgefrischt, ging es mit der Bahn nach Schmilka. Zu Anfang fragte ich mich noch, wie ich diesen „Mühlensaal in Schmilka“, zu der uns der Tourismusverband Sächsische Schweiz eingeladen hatte, verflixt noch mal finden sollte. Aber spätestens am Bahnhof wird einem klar, dass es keine große Aufgabe wird. :) Schmilka besteht nämlich nur aus einer „Handvoll“ Häuser und zwei Straßen. Kaum dort angekommen, erfuhr ich, dass der Mühlensaal zu der wahrscheinlich einzigen Gastwirtschaft in Schmilka gehört. Abgesehen von einem Café und Hotels bzw. Pensionen.

Dort angekommen erwartete mich ein gemütlicher Abend mit den anderen Teilnehmern des Fotocamps bei Flammkuchen, Chilli con Carne, Kübissuppe und einer Wurst- und Käseplatte. Während dem ein oder anderen Bier konnte man erste Kontakte knüpfen und ich habe meinen „Retter“ des nächsten Morgens getroffen. Was ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht mal geahnt hatte. Ich hatte außerdem Glück gleich die überaus freundliche und hübsche Sara aus dem Orga-Team zu treffen, die mir noch einen Platz beim morgendlichen Fotowalk verschaffen konnte.

 

Zu dem Zeitpunkt wusste ich übrigens noch nicht, dass am nächsten Morgen die Bahn nicht früh genug zum ersten Photowalk nach Bad Schandau fahren wird. :-/ Das habe ich erst erfahren, als ich zurück im Hostel ins W-Lan konnte. Die DB-Navigator App konnte ich vorher, aufgrund des nicht vorhanden O2-Telefonica Netzes, leider nicht befragen. Nachdem ich also wusste, dass es mit der Bahn wohl nichts wird, entschied ich mich einfach, meinen Wecker auf vier Uhr zu stellen (vier Stunden Schlaf sind doch für einen Landschaftsfotografen mehr als ausreichend^^^), um gemütlich duschen zu können und sehr frühzeitig  an der einzigen Straße Richtung Bad Schandau zu stehen.

 

 

Erster Session-Tag und Bastei-Photowalk zum Sonnenaufgang

Am nächsten Morgen, kaum erwacht, traf mich fast der Schlag. 5:20 Uhr. Verdammt, ich hatte verschlafen. Also nichts wie raus, möglichst leise, um die anderen Gäste in dem 12-Bett-Zimmer nicht zu wecken. Nach einem Turbo-Gang im Bad stand ich um 5:45 Uhr mit ausgestrecktem Daumen an der Straße und hoffte, dass das erste Auto mich mitnehmen wird. Und siehe da, mein Retter in der Not saß am Abend zuvor in Schmilka am selben Tisch wie ich. Dank ihm, habe ich es noch rechtzeitig zum Bustransfer des ersten Photowalks geschafft. Anders als die meisten anderen Teilnehmer des Camps und Gäste des Fünfsternehotels „Elbresidenz Bad Schandau“ musste ich ohne Kaffee und auf lehren Magen starten.

 

 

Dafür hat mich eine sehr schöne Location erwartet, leider ohne Sonnenaufgang.

 

Die Basteibrücke bei dem Kurort Rahten
Die Basteibrücke bei dem Kurort Rahten

Zurück im Hotel Elbresidenz erwartete uns ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, für das wir kaum Zeit hatten, da es fast sofort zur eigentlichen Eröffnung des Fotocamps ging. Ein Brötchen und meinen sehnlich erwartete Kaffee konnte ich mir dennoch genehmigen.

 

Die Begrüßung beinhaltete dann vor allem eine kurze Vorstellungsrunde, bei dem jeder Teilnehmer seinen Namen und drei Hashtags zu sich nennen sollte. (Meine waren #Peoplefotografie, #Landschaften und #Medienproduktionsquereinsteiger.) Im Anschluss wurden die Ideen und Themen für die ersten Session Planung gesammelt. Da uns der Moderator Achim Meurer, der die Begrüßung und Einleitung übrigens ausgezeichnet gemacht hat, uns versicherte, dass jeder Bar-Camp-Neuling eine Session leiten muss/sollte, stellte auch ich mein Thema vor. „Mobilität First“ hatte ich mir schnell mal aus meinem „Hut“ gezaubert. Und gegen aller Erwartung schaffte es meine Idee sogar an die Pinwand.

 

 

Der Session Plan für den ersten Tag
Der Session Plan für den ersten Tag

 „Fotografieren um zu Posten – Foto + Social Media“, „Aufbau Internetpräsenz“, „touristische Infrastruktur für Fotografen“ und mein eigenes Thema waren für mich die Sessions des ersten Tages. Die Gesprächsthemen waren übrigens so reichhaltig, dass ich darüber einen eigenen Beitrag hätte schreiben sollen. Eine Session zu „leiten“ bedeutet übrigens nicht, dass man als Profi vor versammelter Runde referieren muss - wobei auch das bei der ein oder anderen Session mehr oder weniger vertreten war. Ganz im Gegenteil. Die Sessions sollen als Gesprächsrunde für gemeinsame Interessen dienen. So war es dann auch bei „meiner“ Session der Fall, dass ich zwar eröffnet habe, aber von einem meiner Kollegen geführt wurde. Er brachte einfach die meiste Erfahrung in der mobilen Bildbearbeitung mit.

 

 

 

Pfaffenstein - Photowalk zum Sonnenuntergang

Blick vom Pfaffenstein
Blick vom Pfaffenstein

Nach einem Kaffee, der übrigens genauso wie Wasser während des ganzen Tages zur Verfügung stand, und einem Stück Kuchen (Essen gab es dort wirklich mehr als genug, wir wurden regelrecht gemästet 😉 ), ging es dann zu unserem abendlichen Photowalk auf den Pfaffenstein. Ein wirklich genialer Foto Spot mit fantastischer Aussicht.

 

Von links: Phillip Zieger und Stephan Wiesner
Von links: Phillip Zieger und Stephan Wiesner

Geleitet wurde unsere Gruppe von Phillip Zieger (Fotograf aus Pirna), der unsere Gruppe sicher, sympathisch und mit viel Gefühl und Hilfsbereitschaft durch und auf den Pfaffenstein geführt hat. Begleitet wurden wir dabei von Stephan Wiesner, den ich an dem Tag endlich mal persönlich kennelernen durfte - wer ihn nicht kennt, sollte mal auf YouTube vorbeischauen. Auch dort erwartete uns leider kein Sonnenuntergang. Aber gelohnt hat sich der Trip trotzdem. Vor allem hat er für den „Appetit“ gesorgt, noch mal in die Sächsische Schweiz kommen zu wollen.

 

Ausklang

Feuerkorb vor dem Offizierskasino
Feuerkorb vor dem Offizierskasino

Der Ausklang des Tages fand im Restaurant Offizierskasino auf der Festung Königstein statt, zu der uns ebenfalls der Shuttelservice brachte. In einer netten Atmosphäre und leider gehobenen Preisen konnten wir dort mit sehr leckerem und süffigem Bernsteinbier den Tag Revue passieren lassen. Richtig gemütlich, und mich an meine Zeltlagerzeit zurück erinnernd, wurde es dann bei der Runde ums Feuer vor dem Restaurant.

 

Zweiter Session Tag

Der zweite Tag startete ohne Photowalk und dafür mit ausgeschlafenen Teilnehmern und Zeit für ein üppiges, abwechslungsreiches Frühstücksbuffet, das jeden Wunsch erfüllte. Von Kaffee, Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso, Säften und Limo über Marmelade, Wurst und Käse, Eiern, Würstchen und Speck sowie Datteln, Lachs und vielem mehr. Wie ihr hört, wäre ich am liebsten dort geblieben. 😉

 

Danach ging es zur „Verabschiedung“ bei dem noch mal alle Teilnehmer gemeinsam nach Lob, Kritik und Feedbacks befragt wurden. Diese wurde sinnigerweise vor der zweiten Session Runde und dem Mittagessen abgehalten, da nicht jeder Teilnehmer die Zeit mitbringen konnte bis zum Nachmittag zu bleiben. Zu bemängeln gab es wenig, wofür das Veranstalter-Team um Sara, Nicol, Tino und den Moderator Achim Meurer ihren überwältigenden und verdienten Applaus kassiert durften.

 

Die zweite Session Runde war thematisch nicht ganz so reichhaltig wie die erste, aber auch dort sollte für jeden Teilnehmer etwas Interessantes dabei gewesen sein. Ich beteiligte mich unter anderem an den Themen „Fotopfade in der Sächsischen Schweiz“ und „Photoshop in der Landschaftsfotografie“ (zumindest sinngemäß). Teilweise wurde es sogar sehr hitzig, wenn z.B. in der zuerst genannten Session darüber diskutiert wurde, ob man Äste an Bäumen entfernen darf, um ein besseres Foto zu schießen oder ob man Schwarzlicht-Farbe an Wegen und Felsen anbringen sollte, um Fotografen das Finden des richtigen Weges zu erleichtern.

 

 

Großes Lob an die Veranstalter

 

Ich danke dem Tourismusverband Sächsische Schweiz und den Sponsoren für dieses geniale Event. Schon im Zug nach Dresden hat mich der erste Anflug von Fernweh gepackt. Einer meiner nächsten Urlaube wird mich auf jeden Fall wieder in diese Region führen. Um die einzigartige Landschaft zu genießen und hoffentlich auch meine neuen Bekanntschaften aus dem Camp zu treffen.  Ich freue mich schon riesig auf das nächste Fotocamp mit dem Hashtag #herbstlichT19 😊

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rolf Betke (Samstag, 03 November 2018 13:53)

    Ein schön geschriebener Beitrag. Ja, dafür, dass es das erste Foto-Barcamp war, ist es wirklich gut gelungen, auch das Internet soll im nächsten Jahr besser verfügbar sein, wurde ja in Aussicht gestellt. Auch ich habe dort viele Anregungen erhalten.

  • #2

    Horst (Samstag, 03 November 2018 16:23)

    Servus Julian!

    Sehr cooles Bild von Schmilka und ein wirklich klasse Artikel!

    Zum "Hitzig werden": da war ich wohl beteiligt ;-) . Aber wenn Leute wegen einer vorübergehenden Baustelle an der Bastei-Brücke anderorts Äste absägen wollen, um trotz Baustelle das gewünschte Fotomotiv hinzubekommen, dann hält es mich fast nicht mehr im Stuhl ;-) . Aber so hitzig empfand ich das persönlich nicht - nur eine sehr eindeutige Stellungnahme zu diesem Vorschlag.

    Gerne habe ich deinen Artikel von meinem aus verlinkt!

    Have fun
    Horst